2. Kapitel
Nach der Zerstörung des Planeten Alderaan, der das Zentrum der Alten Republik bildete, wurde
Wahilamar zum neuen Zentrum gewählt. Dort tagte nun der Rat in den Regierungsgebäuden eines längst
vergangenen Volkes. Dichte Urwälder bedeckten ein Viertel des Planeten und kamen teilweise bis dicht
an die Städte heran.
Nachdem Ratsmitglied T´rall die Zusage Leias erhalten hatte, sandte er sofort einen Boten mit der
guten Nachricht zu Mon Mothma, der Vorsitzenden des Rates und somit Regierungschefin. Auf die
Nachricht hin nickte Mon Mothma zerstreut und entließ den Boten. Sie lehnte sich in ihrem Sessel
zurück und fuhr sich müde mit der Hand durch das kurzgeschnittene Haar.
Die Schwierigkeiten, mit denen die Neue Republik zu kämpfen hatte, waren größer als anfangs erwartet.
Immer noch bestand ein kleiner Teil des Imperiums, und die äußeren Regionen der Republik wurden des
öfteren angegriffen. Doch die äußeren Krisen waren nichts gegen die inneren. Solange das Imperium
stark gewesen war, hatten die vielen verschiedenen Völker und Rassen mehr oder weniger einträchtig
gegen den gemeinsamen Gegner gekämpft. Aber nun herrschte ein wenigstens vorläufiger Friede, und
auch die Bedrohung durch das Imperium war nicht mehr so offensichtlich. Nun begannen die
Feindseligkeiten zwischen den einstigen Verbündeten wieder zu brodeln.
Es war gut, die Rätin Organa Solo nun wieder dabei zu haben, selbst wenn sie eine Erholung dringend
gebraucht hatte. Für die Regierung war die Rätin einfach unentbehrlich.
"Nein, nein und nochmals nein! Damit bin ich nicht einverstanden!"
Han ging wütend auf und ab und zeigte seine Unzufriedenheit sehr deutlich.
"Aber Leia hat recht, es ist besser, du und die anderen begleiten sie, denn alleine ist sie in
größerer Gefahr als ich. Ihre Jedi-Ausbildung ist noch lange nicht abgeschlossen, und deshalb ist
sie für die Schergen Krelons eine viel zu leichte Beute."
Die anderen, insbesondere Thera, stimmten Luke zu, aber Han blieb stur. Er wollte seinen Schwager
nicht einfach so alleine gegen einen schier übermächtigen Gegner ziehen lassen.
"Han, deine Freundschaft in Ehren, aber du kannst mir sowieso nicht helfen. Im Gegenteil, ich müßte
auch noch auf dich aufpassen."
"Was? Du willst auf mich aufpassen müssen?? Auf gar keinen Fall lasse ich dich alleine weg. Die
Sonne Tatooines ist dir scheinbar nicht gut bekommen. Ich komme mit und damit basta!"
Luke erkannte, daß Han ihm notfalls sogar heimlich folgen würde und gab nach. Allerdings stellte er
eine Bedingung.
"Da du dich nicht davon abbringen läßt mitzukommen, muß ich etwas zur Bedingung machen."
"Na gut, also welche Bedingung?"
"Es sind eigentlich drei Bedingungen. Die erste: du fliegst nach meinen Anweisungen, sonst kommen
wir gar nicht erst am Ziel an, da die Sith zu verhindern suchen, daß wir Krelon erreichen. Die
zweite: solange wir unterwegs sind, tust du genau das, was ich dir sage und mischst dich in nichts
ein, was mit mir zu tun hat."
"Und die dritte Bedingung? Warte, laß mich raten. Sobald wir auf Krelon sind soll ich dich absetzen
und dann so schnell es geht wieder abhauen und dich mit diesen Verrückten alleine zurechtkommen
lassen. Richtig?"
"Du hast es erfaßt!"
"Das kommt ja überhaupt nicht in Frage. Das einzige was ich akzeptiere ist, daß du den Kurs
bestimmst und den Rest, nun den will ich überhört haben. Und überhaupt, du brauchst mich, denn wie
willst du sonst nach Krelon kommen. Etwa per Anhalter? Denn meinen 'Falcon' gebe ich dir nicht wenn
du allein fliegen willst. Darauf kannst du Gift nehmen."
"Du vergißt, daß ich gar nicht auf den Falken angewiesen bin. Mein X-Flügler auf Wahilamar ist
jederzeit startbereit und allein bin ich sowieso schneller."
"Allein sind Sie so gut wie tot, Jedi-Ritter, und das wissen Sie auch genau. Thera und ich, wir
haben nichts besseres vor und Wahilamar ist nicht gerade unser Traumziel. Also werden wir Sie
begleiten."
Verwundert sahen alle auf Jerom, der nun einwenig verlegen wirkte.
"Was ist, warum starren den alle so? Ich habe eben meine Meinung geändert."
"Nein, Jerom. Aber ich danke Ihnen für das Angebot. Ich weiß wie schwer es Ihnen gefallen ist, aber
mein Entschluß steht fest. Ich gehe allein!"
Damit drehte Luke sich demonstrativ um und verließ den 'Falcon', in dessen Passagierteil so heftig
diskutiert wurde.
"Das ist doch wieder mal typisch für Luke. Immer alles im Alleingang. Bloß keine Hilfe annehmen oder
jemanden in etwas hineinziehen. Aber dieses Mal werde ich nicht nachgeben. Du Leia und ihr anderen
werdet auf Wahilamar bleiben und Chewie und ich begleiten, oder folgen, Luke."
"He, Moment mal. Ich denke wir haben da noch ein Wörtchen mitzureden. Also ich werde mitkommen.
Schließlich habe ich den 'Eagle' nicht umsonst bereit gemacht."
"In Ordnung Lando. Ich habe da auch eigentlich eher an Thera und Jerom gedacht. Sie haben soviel
Streß gehabt, da tut ihnen ein bißchen Ruhe mal gut. Es ist nicht nötig -"
"Ich denke, ich muß dir da widersprechen, Han. Thera ist sowieso fest entschlossen mitzugehen und
ich lasse sie ganz sicher nicht allein nach Krelon gehen."
"Dann werden wir dich also zuerst nach Wahilamar bringen, in Sicherheit und dann alle nach Krelon
aufbrechen."
"Oh, nein, mein lieber Han Solo. Ich gedenke nicht die beiden Menschen die mir das wertvollste im
Universum sind, zu verlieren. Entweder gehen wir alle, oder lassen Luke das allein erledigen. Es
läßt sich bestimmt so einrichten, daß ich nur kurz zugegen sein muß, und dann von der Sitzung
beurlaubt werden kann. Dann starten wir zusammen."
Leia sah entschlossen in die Runde und Thera war die erste, die etwas sagte: "Ich bin
einverstanden. Und Jerom auch, nicht wahr?"
"Ja, ja, natürlich bin ich es. Und ihr Han und Lando, Chewie?"
"Nun, ich bin einverstanden und Chewie auch, soweit ich ihn richtig verstanden habe. Aber Han sieht
nicht gerade zufrieden aus. - Na komm schon alter Junge. Sicherheit für Leia gibt es doch noch am
ehesten in unserer Gesellschaft."
Man sah Han deutlich an, daß er keineswegs einverstanden war, obwohl ihm Landos Einwand durchaus
logisch erschien.
Wirkliche Sicherheit gab es für sie alle und besonders Luke, Leia und Thera erst wieder, wenn
dieser Alptraum überstanden war. Also nickte er nur und verließ dann den 'Falcon' um Luke Bescheid
zu sagen.
Während die anderen noch diskutierten, hatte Luke sich in die verlassene Halle vor den Archivräumen
begeben, und die dort ausgestellten Kunstgegenstände betrachtet. Die meisten stammten aus der
Frühzeit Tailons, jener Zeit also, in der die Archive entstanden waren, einige jedoch auch von
anderen Welten.
Luke war fast mit seinem Rundgang fertig, als Han die Halle betrat und sagte: "Hallo Kumpel," und,
mit einem Kopfnicken zu den Kunstwerken hin, "Geschichtsunterricht?" fragte.
"Nein, ich versuche nur mich einwenig zu entspannen. In letzter Zeit geht mir ziemlich viel im Kopf
herum und ich finde kaum Ruhe."
"Willst du nicht darüber reden? Komm schon, erzähls mir. Ich höre einfach nur zu und du redest. Das
hilft bestimmt."
Gerade als Han dachte, Luke würde sich ihm anvertrauen, zuckte dieser mit den Schultern und
meinte: "Ach Han, es sind nur die alten Geschichten. Wozu das alles wieder aufrollen. Lassen wir die
Vergangenheit ruhen, das ist besser so."
Doch Han wußte, daß es nicht die Vergangenheit war, die Luke so quälte, zumindest nicht nur die
Vergangenheit. Wenn es an der Zeit wäre würde Luke es ihm sagen. Das war das letzte Mal auch so
gewesen.
'Hoffentlich ist es diesmal auch so, der arme Junge ist völlig fertig.' Und wahrscheinlich zum
ersten Mal bemerkte Han, wie sehr Luke sich verändert hatte. Natürlich war er seit ihrer ersten
Begegnung, in der schäbigen Kneipe auf Tatooine, älter geworden, etwa Anfang dreißig mußte er jetzt
sein. Aber Han machte sich wirklich Sorgen um Luke, denn er wirkte älter als er eigentlich war.
Müde, ja, daß war es. Luke sah müde aus. Doch es war nicht der Mangel an Schlaf und Ruhe, die ihn
so müde aussehen ließen. Seit er mit Obi Wan nach Alderaan aufgebrochen war, hatte er vieles erlebt
und erlitten, vielleicht Zu vieles für einen einzelnen Menschen.
Da war aber noch einen andere Veränderung mit ihm vorgegangen. Seit Luke ein Jedi war, hatte sich
eine Aura um ihn gebildet, die manchmal erschreckend war und ihn ganz fremd erscheinen ließ.
Han fragte sich, ob er Luke noch verstand und mußte sich eingestehen, daß dem nicht so war. Aus dem
einfachen Bauernjungen, für den es das größte war mit einem Landgleiter über die Wüste zu jagen, war
ein ernster und vielversprechender Mann geworden, der sicherlich eine große Zukunft hatte.
Er war der jüngste Commander in der Rebellen Armee gewesen und hätte auch zum General oder höher
aufsteigen können, aber der Erfolg hatte ihn nicht übereifrig werden lassen. Er hatte es abgelehnt
ein Mitglied des Rates zu werden, sondern zog es vor, den Rang des einzigen Jedis der Republik
einzunehmen und sich weitgehend aus der Politik rauszuhalten. Aber trotz allem war besaß Luke
großen Einfluß auf die Geschehnisse in der Regierung, größeren als es auf den ersten Blick schien.
Han erkannte, daß er es einzig und allein Luke verdankte nun einen so guten Posten in der Armee, als
General, zu haben, denn ohne den Einfluß, den Luke auf ihn hatte, wäre er vermutlich irgendwann zu
seinem früheren Schmugglerleben zurückgekehrt.
Und gerade weil er Luke dankbar war, wünschte Han sich, daß dieser mehr Vertrauen zu ihm hätte und
sich aussprechen würde. Han ahnte, daß es mit dem letzten Überfall auf ihn zu tun hatte. Als Luke
dieses Medaillon in der Hand hielt, hatte er für einen Moment so bedrohlich gewirkt, daß Han
unwillkürlich vor ihm zurückgewichen war. Nun hatte Luke wahrscheinlich Angst davor nach Krelon zu
gehen und sich mit diesem Schwarzen Lord anzulegen, da er befürchtete unter dessen Einfluß zu
geraten und selbst zu einem Sith zu werden und damit zum Feind seiner Freunde und seiner Schwester.
Luke spürte den Blick Han's auf sich ruhen und lächelte. Es war doch immer das gleiche mit Han Solo.
Schon bei ihrer ersten Begegnung vor so vielen Jahren auf Tatooine hatte er die Initiative ergriffen.
Und obwohl seitdem vieles geschehen war, in seinem innersten war er immer noch ein Draufgänger der
keinen guten Kampf ausließ und den das Abenteuer nicht mehr losließ, wenn es ihn einmal im Griff
hatte. Er scheute immer noch keine Gefahren, außer denen vielleicht, die man geschickt umgehen
könnte. Aber dabei geriet er meistens vom Regen in die Traufe.
Han räusperte sich schließlich und entschloß sich, etwas zu sagen: "Also, ehem, der Grund weshalb
ich kam ist folgender. Wir, das heißt die anderen und ich, wir haben einstimmig beschlossen, dich
auf gar keinen Fall in die Höhle des Löwen gehen zu lassen. Wir werden also zuerst nach Wahilamar
fliegen, dort wird Leia kurz an der Sitzung teilnehmen und sich dann sobald als möglich beurlauben
lassen. Danach brechen wir mit dem 'Falcon' und der 'Eagle' nach Krelon auf - und keine Widerrede,
wir kämen sowieso alle mit. Es nützt dir kein Widerspruch. Wir wollen nur sicher sein, daß dir
nichts passiert, okay?"
Eigentlich wollte Luke seiner ersten Eingebung folgen und Han und die anderen für verrückt
erklären, aber dann wurde ihm klar wie recht seine Freunde hatten. Insgeheim hatte er sich zwar
gewünscht zumindest von Han nach Krelon begleitet zu werden, aber er wollte eben niemanden in
Gefahr bringen. Allerdings zeigte er nicht wie erfreut er wirklich war, aber als er Han antwortete
schlich sich doch ein Lächeln in sein Gesicht. Ein Lächeln, daß Han an Obi Wan erinnerte...
"Es sieht so aus, als müsse ich mich geschlagen geben. Also gut, zuerst nach Wahilamar und dann -"
Luke unterbrach sich und blickte düster ins Leere.
"Es wird schon alles gut gehen, glaub mir. - Du hast ja mich dabei!"
Han versuchte Luke aufzuheitern, und für den Moment wich der umwölkte Ausdruck aus Lukes Gesicht.
Einträchtig verließen die beiden die Halle und gingen an Bord des 'Falcon'.
Kurze Zeit später stiegen zwei Frachtschiffe, eines ein verbeultes Ellipsoid, daß andere ein
modernerer Typ, von Tailon auf und nahmen Kurs auf Wahilamar, dem Zentrum der Neuen Republik.
Tiefer als die Dunkelheit Krelons waren nur noch die Herzen und Gedanken seiner Bewohner, und auch
diese waren ein Nichts verglichen mit der Finsternis, die das Innere des obersten Lords der Sith
ausfüllte. Versenkt in seine finsteren Pläne saß er auf dem Thron seiner Ahnherren. Seit mehr als
zweitausend Jahren gab es die Sith-Krieger und ihre Herren, die Schwarzen Lords. Zeitgleich mit den
Jedi waren sie aus den Nebeln der Zeit getreten und rangen um die Vorherrschaft im Universum.
Erbitterte Kämpfe, grausame Schlachten, all das gehörte zu beider Vergangenheit.
Die Schleier dieser Vergangenheit waren dicht gewebt, doch von Zeit zu Zeit gelang es dem Lord, mit
seinen Vorgängern über Zeit und Raum hinweg Kontakt aufzunehmen und Rücksprache zu halten. Und
auch wenn ihn das große Kraft und Anstrengung kostete, der Lohn war ungleich größer.
Wissen und Macht hatten stets eine magische Anziehungskraft auf den Lord ausgeübt. Schon am Tage
seiner Initiation als Sith Lord hatte er sich geschworen eines Tages der Meister über alle zu sein
und dann, irgendwann später, der Beherrscher der Galaxien. Das einzige was ihm dabei im Wege stand,
waren die Jedi.
Deshalb hatte er den machthungrigen jungen Senator Palpatine unterstützt und ihm dabei geholfen sich
zum Imperator aufzuschwingen. Als Lohn forderte er dann die vollständige Vernichtung der Jedi. Doch
mit der Größe des Imperiums wuchs auch der Widerstand. Der Imperiale Senat bestand aus Männern die
größtenteils schon in den Klon-Kriegen gekämpft hatten und aus jungen Idealisten, die eine bessere
Zukunft im Sinne hatten.
Als bekannt wurde das Mitglieder des Senats Zellen des Widerstands gegen das Imperium ins Leben
gerufen hatten, allen voran Bail Organa der Vizekönig und erster Vorsitzende des Systems Alderaan,
löste der Imperator das letzte Relikt der Alten Republik, den Senat, auf. Vielleicht war das ein
Fehler gewesen, denn nun trat die Widerstandsbewegung offen gegen das Imperium an, und der Imperator
mußte erkennen, daß sein Thron längst nicht so fest stand wie er immer angenommen hatte.
Der größere Fehler war aber sicher die Zerstörung des Planeten Alderaan. Zwar verlor die Bewegung
mit Bail Organa ihren uneingeschränkten Anführer, an dessen Stelle dann Mon Mothma trat, die
ebenfalls dem Senat angehörte hatte, aber die Zerstörung dieser friedlichen Welt hatte den
unerwünschten Nebeneffekt, daß sich nun auch Systeme der Bewegung anschlossen, die ihr vorher mit
einer gewissen Skepsis gegenübergestanden hatten.
Den bisher größten Schlag mußte der Lord jedoch hinnehmen, als er seine beiden wertvollsten
Marionetten verlor. Den Verlust des Imperators konnte er leichter verschmerzen als den Darth
Vaders, den er in gewisser Weise zweimal verlor: einmal an die helle Seite der Macht und ein
zweitesmal an den Tod. Vader hatte ihm immer genützt, während der Imperator aus Selbstsucht oft
mehr Schaden als gutes angerichtet hatte.
Das größte Problem für den Lord lag in der Tatsache, daß Vader einen Sohn hinterlassen hatte aus
der Zeit, als er noch Anakin Skywalker und ein Jedi war. Dadurch war Luke Skywalker zu seinem
größten Feind geworden. Ein Kampf war unausweichlich und diesmal würde die Dunkle Seite der Macht
als Sieger hervorgehen und die Sith endlich über die verhaßten Jedi triumphieren lassen.
"Zwei Frachter, der 'Millennium Falcon' und die 'Eagle' setzen zur Landung an. Die Rätin Leia Organa
Solo wird in wenigen Minuten eintreffen."
"Gut. Sagen Sie ihr bitte, daß ich sie sofort sprechen müßte."
Der Bote verneigte sich leicht und verließ dann den Raum und die Erste Rätin lächelte erleichtert.
Nun konnten die Beratungen endlich weitergehen.
Einige Zeit später ertönte der Türsummer und Leia betrat den Raum. Mon Mothma, die sich zur
Begrüßung erhoben hatte, ging zu Leia hin und umarmte sie freundschaftlich. Die beiden kannten sich
schon als Leia noch auf Alderaan lebte und zur Diplomatin ausgebildet wurde. Leia hatte immer schon
zu der älteren aufgesehen und daran hatte sich all die Jahre über nichts geändert. Die beiden
Frauen setzten sich in die Sessel, die an der, eine ganze Raumseite beanspruchenden, Fensterfront
standen und die Möglichkeit eines wunderbaren Ausblicks boten.
"Ich hoffe Ihr Aufenthalt auf Tatooine war erholsam?"
"Ja, sehr. Ich habe es genossen einmal nicht über Politik, Diplomatie und das alles nachdenken zu
müssen. Aber Sie haben mich rufen lassen, also bin ich hier. Um was genau handelt es sich?"
"Eigentlich ist es nur eine Meinungsverschiedenheit, aber Sie wissen wie leicht so etwas ausarten
kann. Besonders wenn ein Borellaner und ein Aldamanter sich streiten."
"Aber, ich dachte Admiral Ackbar hat meine Vertretung übernommen."
"Nun, Admiral Ackbar ist sicherlich ein hervorragender Soldat und Stratege, aber die Diplomatie
gehört leider nicht zu seinen herausragenden Fähigkeiten. Er war es, der mich bat Sie herzurufen. Er
denkt zu militärisch um in einer rein zivilen Angelegenheit entscheiden zu können."
"Aber Admiral Ackbar ist doch Calamare, entstammt also einer durchaus friedfertigen Zivilisation."
"Ja, normalerweise ist das auch so, aber er hat zu lange im Kampf gelegen. Es ist für ihn, wie für
viele andere, sehr schwer sich so schnell wie es eigentlich nötig wäre, an die veränderte Situation
anzupassen."
"Eigentlich wollte ich aber nur kurz bleiben. Ein anderes vielleicht noch dringenderes Problem ist
aufgetaucht, und ich habe meine Mithilfe zugesagt."
"Ja, davon habe ich schon gehört, aber es ist völlig ausgeschlossen, so leid es mir persönlich auch
tut, daß Sie jetzt schon wieder beurlaubt werden. Die anderen Räte würden das für einen Bevorzugung
Ihrer Person halten. Sehr viele von ihnen hatten noch keine Gelegenheit zur Ruhe zu kommen. Das gibt
böses Blut im Rat und gerade das können wir jetzt nicht gebrauchen. Es gibt schon genug Krisen die
auf uns einstürmen, da brauchen wir uns keine eigenen schaffen. Die Republik ist noch sehr
empfindlich, der geringste Anlaß kann zum Eklat führen. Viele Systeme hatten lange Zeit unter dem
Joch der Imperialen Machtpolitik zu leiden, und sind der neuen Regierung gegenüber noch sehr
mißtrauisch. Und das letzte was wir jetzt benötigen sind Unruhen innerhalb der Zentralsysteme.
Kompliziert wird die Lage noch dadurch, daß es immer noch genug Imperiale gibt um durch einen
gesammelten Angriff der Republik sehr zu schaden."
"Aber das ist ja gerade eines der Probleme, mit denen ich zu tun habe. Was ich Ihnen jetzt sage
bitte ich absolut vertraulich zu behandeln."
"Ja, natürlich. Aber -" Mon Mothma unterbrach sich, gespannt was Leia zu berichten hatte.
Als diese geendet hatte schaute die Rätin sehr betroffen auf ihre jüngere Kollegin und erhob sich
dann.
"Rätin Leia Organa Solo. In Anbetracht der Wichtigkeit Ihrer Mission erlaube ich Ihnen, sich nach
zweistündiger Teilnahme an der Sitzung zu entfernen und aufzubrechen. - Und möge die Macht bei
Ihrer schwierigen und gefährlichem Aufgabe mit Ihnen und Ihren Begleitern sein."
"Ich bin Ihnen zu großem Dank verpflichtet, Mon Mothma. Und bitte, lassen Sie Admiral Ackbar die
Verhandlungen führen. Ich bin sicher, daß er zu seiner friedlichen Haltung zurückfinden wird, wenn
er lange genug eine rein diplomatische Sitzung zu führen hat."
Die beiden Frauen verabschiedete sich und Leia begab sich sofort in den Konferenzsaal, in dem schon
seit drei Tagen verhandelt wurde.
"Ich denke nicht daran mein Schiff hier zu lassen. Wenn ich mitkomme, dann nur an Bord der 'Eagle'."
Lando schlug aufgebracht mit der Faust auf den Tisch, an dem die Gruppe gerade saß und den Abflug
durchsprach. Dabei war Han zu der Überzeugung gekommen, daß es sicherer sei mit nur einem Schiff,
nämlich dem 'Falcon' nach Krelon zu fliegen.
Doch Lando meinte es sei doch besser mit zwei Schiffen nach Krelon zu fliegen, eines wäre im Notfall
dann als Ersatz da. Und außerdem hatte er die 'Eagle' nicht gerne umsonst aus dem Dock geholt und
nach Wahilamar geflogen.
Luke versuchte zu schlichten und sagte beschwichtigend: "Aber Lando, Han hat wirklich Recht.
Tatsächlich würden zwei Schiffe uns nur in Gefahr bringen. Und da der 'Millennium Falcon' nun mal
immer noch eines der schnellsten Schiffe der Flotte ist, ist es doch nur sinnvoll mit ihm zu
fliegen."
"Der 'Falcon' mag das schnellere Schiff sein, aber die Tatsache das er in ziemlich katastrophalen
Zustand ist, läßt sich doch nicht leugnen. Ich sage das nicht, um Han damit in Mißkredit zu bringen,
sondern weil ich mir ernsthaft Sorgen mache was passiert, wenn wir Imperialen begegnen und der
Hyperantrieb versagt oder die Ablenkschirme zusammenbrechen. Du, Luke und auch Thera, ihr beide
wollt doch unbedingt nach Krelon, nicht wahr? Nun, dann würde ich Sicherheit vor Geschwindigkeit
stellen, und die 'Eagle' nehmen. Sie ist erst fünf Jahre in Gebrauch und verfügt auch über mehr
Platz als der 'Falcon'. Von mir aus kann Han ruhig die Kiste fliegen, daß ist mir egal."
Han wollte zuerst aufbrausen, aber als Lando geendet hatte sah er seinen alten Kumpel nachdenklich
an. In all der Zeit die sie sich schon kannten, hatte Lando noch nie das Kommando über eines seiner
Schiffe in die Hände eines anderen gelegt. Es schien ihm wirklich nur um die Sicherheit der Gruppe
zu gehen. Und, so mußte Han sich eingestehen, was den Zustand des 'Falcon' anging, so hatte Lando
den Nagel so ziemlich auf den Kopf getroffen. Aber trotz aller Vernunft begann der Starrsinn sich in
Han durchzusetzen.
"Ihr anderen könnt ja mit Lando fliegen. Ich ziehe meinen 'Falcon' vor. Er mag ja nicht mehr der
jüngste sein, aber der Beste ist er noch allemal. So, daß war's. Ihr kennt meinen Entschluß und
jetzt werdet ihr mich entschuldigen müssen, aber ich muß mein Schiff startklar machen."
Verblüfft schauten die anderen hinter dem aufgebrachten Han Solo her, als dieser mit schweren
Schritten den gemütlichen Speiseraum verließ, in dem sie beraten hatten.
"So was! Ich glaube so beleidigt habe ich Han schon lange nicht mehr erlebt. Vielleicht sollten
wir doch den 'Falcon' nehmen. Selbst wenn Sicherheit und Bequemlichkeit einiges zu wünschen übrig
lassen, Schnelligkeit kann man Han's Schiff nicht absprechen. Der schnellste fliegende
Schrotthaufen des Galaxis!"
"Tja, Jerom. Ich schätze du hast nicht so unrecht. Aber wartet mal, ich habe eine Idee. Wieso
docken wir die beiden Schiffe nicht aneinander und nutzen so die Vorzüge beider Schiffe. Schneller
Antrieb vom 'Falcon', Bequemlichkeit und Sicherheit von der 'Eagle'. Es muß doch eine Möglichkeit
geben das zu bewerkstelligen."
Thera schaute erwartungsvoll in die Runde. Ihr Blick blieb schließlich an Lando hängen.
"Was meinst du Lando? Geht es, oder geht es nicht. Wir müssen uns langsam entscheiden, denn die Zeit
arbeitet gegen uns. Je länger wir hier fest sitzen, desto stärker wird unser Gegner."
"Nun, theoretisch ist es durchaus möglich und wenn ich mich recht erinnere wurde so eine Aktion
auch schon einmal durchgeführt. Obwohl es kein leichtes Manöver ist, das muß ich dazu sagen. Am
besten berate ich mich mit Han. Es ist ja auch seine Entscheidung."
Nach diesen Worten beeilte sich Lando zu Han zu gehen um ihm den Vorschlag zu unterbreiten. Jerom
und Chewbacca wollten sich einwenig im Zentrum der Stadt umsehen und in der Vergangenheit schwelgen.
Jerom gehörte nämlich zu den wenigen Menschen die den Wookie verstanden und die komplizierte Wookie
Sprache beherrschten.
Leia war noch in der Sitzung und würde sich dann vermutlich mit einigen Technikern zusammen um die
beiden Droiden C3PO und R2D2 kümmern die auf den Flug vorbereitet werden mußten.
Zurück blieben Thera und Luke.
"Luke, es gibt etwas das mir Sorgen bereitet. Bei dem Überfall auf Jerom und mich, als wir ankamen,
da habe ich nichts gespürt, daß auf die Anwesenheit des Bösen hindeutete. Ich verstehe das nicht."
"Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und ich muß zugeben, daß mir nicht ganz wohl bei
der Sache ist. Denn wenn unser Feind die Möglichkeit hat sein Vorhandensein vor uns zu verbergen,
dann -"
"Ja, dann kann er überall sein und uns jederzeit erneut auflauern."
"Mich wundert auch, daß wir auf Tailon so ungestört waren. Dort hätte doch eine gute Möglichkeit für
einen Hinterhalt bestanden. Aber nichts der gleichen ist geschehen. Auch die ganzen Überfälle waren
irgendwie seltsam. Ich habe fast das Gefühl, unser Feind wollte uns nur neugierig machen und nach
Krelon locken. Dort ist er ja immerhin im Zentrum seiner Macht und hat es viel leichter uns aus
dem Weg zu räumen."
"Ja, aber für was aus dem Weg zu räumen. Die Herrschaft über das Universum etwa?"
"Nach dem was ich gehört habe sind Sith und Jedi schon seit Anfang ihrer Existenz verfeindet und
trachten beide danach den anderen zu vernichten. Es könnte auch einfach Haß sein, der den Lord
antreibt."
"Bis jetzt hatten wir auf jeden Fall erstaunlich viel Glück."
"Beinahe zuviel. Das Blatt kann sich schnell zu unseren Ungunsten wenden. Wir sollten auf jeden
erdenklichen Fall vorbereitet sein. Einer von uns beiden muß sich dem Feind stellen."
Im selben Augenblick öffnete sich die Tür und Leia betrat den Raum. Ihr fiel auf wie ernst die
beiden blickten und wurde neugierig.
"Was ist los? Eine schlechte Nachricht?"
"Nein, Leia. Wir haben uns nur Gedanken gemacht über die Zukunft."
"Oh. Ich verstehe."
"Leia, hast du eigentlich immer noch die Absicht mitzukommen?"
"Aber ja, warum fragst du Luke?"
"Ach, es ist nichts. Hat Zeit bis zu unserer Rückkehr."
Leia lächelte ihrem Bruder dankbar zu, denn dieser letzte Satz hatte sie davon überzeugt, daß er an
eine gemeinsame Rückkehr glaubte. Das Luke davon eigentlich keineswegs überzeugt war, sprach er aber
bewußt nicht aus.
In der Zwischenzeit war es Lando gelungen, Han von Theras Idee zu überzeugen und die beiden machten
sich mit Unterstützung von Chewie und Jerom daran diese Idee in die Tat umzusetzen. Glücklicherweise
hatten sie eine ungefähre Vorstellung davon, wie so ein Zusammenschluß aussehen mußte, und so waren
sie am Ende des Tages mit der Arbeit fertig. Der nötige Proviant wurde aufgenommen und alles für den
morgigen Abflug bereit gemacht. Es würde für eine lange Zeit die letzte Nacht in einem richtigen
Bett sein und alle legten sich so früh als möglich hin.
Am frühen Morgen jedoch wurden sie durch die Alarmsirenen aus dem viel zu kurzen Schlaf gerissen.
Sie stürzten aus ihren Zimmern in den großen Saal der als Befehlszentrale fungierte.
Dort befand sich ein großer Wandschirm, zu dessen beiden Seiten Leuchten angebracht waren, welche
den jeweiligen Verteidigungszustand anzeigten. Für gewöhnlich standen diese Leuchten auf blau, also
keine Gefahr. Doch jetzt warfen sie ein gelbes Licht auf die Anwesenden, Verteidigungszustand drei.
Statische Störungen ließen den Schirm flimmern und zeigten verzerrt eine Frauengestalt in der
Uniform eines Captains der Planetenverteidigung.
Ihre Stimme kam nur undeutlich aus den Lautsprechern, doch dies wurde auf Wahilamar gehört:
"Hier spricht Captain Laura Galloway, Planetenverteidigunscorps Toron. Es rücken vier Imperiale
Sternenzerstörer gegen uns vor und unsere Abwehr ist nicht stark genug, um diesen Angriff lange
abwehren zu können. Wir erbitten dringend baldige Unterstützung gegen -"
Der Captain schien noch etwas hinzuzufügen, aber die Störungen wurden stärker und das Bild
verzerrte sich immer mehr. Schließlich verschwand es ganz und nur noch statisches Rauschen kam aus
den Lautsprechern.
Die Versammelten standen wie betäubt, denn es war seit Jahren nicht mehr zu einem so massiven
Angriff Imperialer Streitkräfte gekommen. Die meisten begannen schon zu vergessen, daß so etwas wie
das Imperium einmal bestanden hatte.
Admiral Ackbars eher sanftes Calamarengesicht hatte sich während des Funkspruches immer mehr
verdüstert und die Sanftmut war einem zornigen Ausdruck gewichen. Leia spürte die hilflose Wut des
Admirals und trat neben den Calamaren, der sie um fast drei Köpfe überragte. Sie legte ihm die Hand
auf den Arm um seine Aufmerksamkeit zu erlangen und der Admiral neigte sich zu ihr hinunter, um zu
hören was die von ihm sehr verehrte Prinzessin von Alderaan zu sagen hatte. Ebenso wie Mon Mothma
kannte er Leia schon seit diese ein junges Mädchen war und behandelte sie stets mit größtem Respekt.
Seine Miene hellte sich einwenig auf als Leia leise mit ihm sprach und schließlich nickte er und
wandte sich dann an die Anwesenden.
"Diese Nachricht ist ein schwerer Schlag für uns, aber die hochgeschätzte Rätin Organa hat soeben
einen äußerst noblen Vorschlag gemacht. Sie will mit einer Gruppe Freiwilliger nach Toron fliegen um
dem Hilfegesuch so gut als möglich nachzukommen. Wer also helfen möchte ist gebeten, sich in einer
Stunde spätestens gemeldet zu haben. Ich danke Ihnen schon im Voraus, mache aber auch auf die große
Gefahr aufmerksam die von den Sternenzerstörern droht. Ich kann im Augenblick nur einen Kreuzer zur
Verfügung stellen, der Rest der Truppe wird sich ausschließlich aus Fregatten und Jägern
zusammensetzen müssen. Daher sollten nur Piloten mit genügend großer Erfahrung teilnehmen, jeder der
einen Sternenzerstörer schon im Kampf erlebt hat, wird das bestätigen können. Viel Glück also und
möge die Macht mit Ihnen sein und Sie beschützen."
Ackbar warf noch einen dankbaren aber auch forschenden Blick in die Runde und verließ dann den Saal.
Die Anwesenden schauten zuerst etwas ratlos, doch dann traten nach und nach fast alle zu Leia und
boten ihre Mithilfe an.
Die ganze Zeit während Ackbars Rede hatten Han, Lando und Jerom wie versteinert auf den Bildschirm
gesehen. Schließlich fragte Han "Sagt mal, habt ihr das gleiche gesehen und gehört wie ich? Laura
Galloway, ein Captain des Planetenverteidigungscorps von Toron? Ich dachte, sie sei tot!"
"Da warst du nicht allein. Mich hat es beinahe umgehauen. Ich glaubte, sie sei mit ihrem Schiff in
die Luft gegangen."
Jerom war viel zu überrascht, um auch nur einen zusammenhängenden Satz herauszukriegen und schaute
nur hilflos von einem seiner Freunde zum anderen.
Was war es denn das die drei so überrascht hatte?
Vor vielen Jahren hatten sie eine Schmuggelaktion für die Rebellen geleistet, allerdings bestand die
Ladung aus hochexplosivem Sprengstoff und machte die Sache ziemlich unangenehm. Aber die Bezahlung
war überdurchschnittlich gut gewesen und so hatten sie nicht lange überlegt. Damals gehörte zu ihrer
Truppe noch Laura Galloway, eine Corellanerin die, gemeinsam mit ihrem Co-Piloten Beeny, ein unter
allen Schmugglern und sonstigen Ganoven des Universums berüchtigtes Gespann abgab.
Bald wurde den Schmugglern klar weshalb die Bezahlung so großzügig gewesen war, es handelte sich um
eine Falle des Imperiums. Bei Stars End, einer Ansammlung von kahlen und unwirtlichen Planeten,
hatte eine ganze Armee auf die Gruppe von einigen Frachtschiffen gewartet und da die Schmuggler sich
nicht freiwillig ergeben wollten, hatten die Imperialen ohne zu Zögern das Feuer eröffnet. Han hatte
damals gelernt, daß es besser war sich mit einem, bis unter die Decke mit Sprengstoff geladenen
Frachter, nicht unbedingt in Gefechte mit Sternenzerstörern einzulassen.
Unglücklicherweise gelang es den Imperialen eines der Schiffe zu treffen und es war natürlich
ausgerechnet Laura Galloways 'Twist' gewesen den das Schicksal ereilte. In einer furiosen
Verfolgungsjagd gelang es den anderen zu entkommen und sie mußten mit ansehen wie der 'Twist' in
einer gleißenden Explosion in tausend Partikel zerblasen wurde. Das sie nicht eingreifen konnten
machte alles noch viel schlimmer und danach hatte sich die Gruppe geteilt. Sie hatten natürlich kein
einziges Mal daran gedacht das Laura der Zerstörung entkommen sein konnte, dazu ging alles viel zu
schnell. Aber sie hatte es offensichtlich doch geschafft, auch wenn es für Han ein Rätsel war wie.
Er erwachte jetzt aus seiner Erstarrung und ein anderer Gedanke kam ihm. Was fiel Leia eigentlich
ein sich bewußt in Gefahr zu bringen. Er warf ihr einen 'Wir sprechen uns später' Blick zu und
verließ ohne weitere Worte den Saal.
Seine Freunde schauten ihm verdutzt nach, zuckten dann mit den Schultern und traten zu den
Freiwilligen.
Han indessen machte sich auf den Weg zum 'Falcon', immer noch vor sich hingrummelnd. "Sie ist
verrückt geworden. Ich werde ein ernstes Wort mit ihr sprechen müssen."
Han dachte daran, daß Leia gar nicht von ihm gesprochen hatte als es um die Freiwilligen ging und
das versetzte ihm einen Stich. Er war ja schließlich General der Armee!
Aber andererseits wollte sie ihn vielleicht gerade deshalb nicht zu einer Entscheidung zwingen und
schließlich hatte die Sache auch ein Gutes. Wenn sie nach Toron flog, konnte sie nicht gleichzeitig
mit Luke nach Krelon, und dieser Planet erschien Han um vieles unheimlicher, als eine offenen
Schlacht gegen Imperiale, auch wenn diese mit vier Sternenzerstörern angriffen.
Für Mythen und alte Religionen hatte Han noch nie viel übrig gehabt und es war für ihn nur schwer
verständlich, daß es eine Macht gab die stärker als eine gute Laserwaffe sein sollte.
Während Han so nachdachte waren Luke und Thera zu dem Entschluß gekommen ebenfalls nach Toron zu
fliegen. Sie hatten zwar ein unbestimmtes Gefühl der Ablehnung gegen Captain Galloway, sahen aber
ein das ihre Kampffähigkeiten hier gefordert waren. Sie teilten ihre Entscheidung Leia mit worauf
diese nach Han und seiner Meinung dazu fragte. Luke sagte trocken "Ich fürchte Han ist von der
ganzen Sache nicht sehr begeistert. Als er den Saal verließ, war eine ganze Menge Wut in ihm zu
spüren, und seine Miene hätte auch einen wildgewordenen Bantha das Fürchten gelehrt."
"Ich habe es auch gefühlt, aber ich muß sagen das mein eigener Entschluß für mich ziemlich
überraschend kam. Es war eine, nun ja, eine plötzliche Eingebung, könnte man sagen."
Luke nickte und dann verließen er und die anderen den Saal, während Leia eine Aufstellung der
Freiwilligen machte.
Sie gingen zu ihren Zimmern und holten ihre Sachen um sie an Bord des zusammengekoppelten Schiffes
zu bringen.
Im 'Falcon' traf Luke auf Han, als er kurz ins Cockpit schaute. Han saß in seinem Pilotensitz und
grübelte dumpf vor sich hin.
"He, was ist?"
Luke sprach ihn in der Hoffnung an, die Laune seines Freundes heben zu können.
"Hast du nicht schon lange wieder auf so ein Abenteuer gewartet? Da kannst du dich mal wieder so
richtig austoben und deine rasanten Flugkünste unter Beweis stellen. Ist das denn nichts?"
Han sah auf und Luke erschrak über den Zorn in dessen Augen.
"Was ist denn mit dir los. So wütend habe ich dich ja noch nie gesehen. Das liegt doch nicht an
Leias Entscheidung nach Toron zu fliegen, oder?"
Luke konnte sich eigentlich nicht ernsthaft vorstellen, daß Han zu einer solch kindischen Reaktion
fähig war und das bekam er auch sogleich bestätigt.
"Nein, Luke. Das ist nicht der Grund. Ich bin sogar froh, wenn Leia nicht nach Krelon geht. Aber es
ist etwas anderes. Komm mit, ich zeige es dir."
Han stand auf und verließ das Cockpit gefolgt von Luke. Die beiden Männer gingen in den
Versorgungsgang des Schiffes, in dem sich der Zugang zum Energiereaktor des 'Falcon' befand. Han
öffnete die Luke und betrat den dahinter liegenden engen Raum, winkte Luke ihm zu folgen und wies
dann auf eine Schalttafel.
Luke prallte zurück, als er da Gewirr von gekappten Kabeln und aus ihren Anschlüssen gerissenen
Leitungen sah.
"Du meine Güte, was ist denn hier passiert!"
"Ich fürchte, daß sich hier jemand aufgehalten hat, der nicht wollte, das wir lebend nach Krelon,
oder Toron kommen. Wenn ich nicht noch einmal alles kontrolliert hätte, wäre das hier unbemerkt
geblieben. Zumindest bis zu dem Augenblick, indem wir drei Phasen über der Lichtgeschwindigkeit
gewesen wären. Dann hätten diese Kabel sämtlich Reaktorenergie auf diesen niedlichen kleinen Kasten
geleitet und WUMM! beide Schiffe wären nur noch ein Haufen Schrott im Weltall gewesen."
Währen Han sprach hatte er einen unscheinbaren Kasten von etwa zehn Zentimeter Länge und etwa der
gleichen Höhe aufgehoben und legte ihn nun vorsichtig Luke in die Hand.
Dieser nahm die kleine Bombe und betrachtete sie aufmerksam. Und griff mit seiner Jedi Kraft in ihr
Innerstes. Er fühlte Tod und Vernichtung und die Dunkle Seite der Macht. Schnell wich er aus
diesen Regionen zurück, wartete einen Augenblick und öffnete dann nach einem tiefen Atemzug die
Augen.
Han sah ihn besorgt an und fragte "Und? Was ist los?"
"Ich weiß woher die Bombe kommt."
"Also, woher?"
"Von dort, wohin mich mein Weg eigentlich schon vor längerer Zeit hätte führen müssen. Die Macht des
Schwarzen Lords wächst und das mit einer großen Schnelligkeit. Wenn ich mich ihm nicht bald stelle,
wer weiß was dann geschieht."
"Du wirst also nicht nach Toron gehen?"
"Doch, denn ich glaube Toron ist eine Falle des Lords."
"Was? Unmöglich, du hast doch den Hilferuf gesehen."
"Ja, aber es gibt etwas, das mich an diesem Hilferuf stört. Ich weiß nur nicht genau was es ist. Das
wird die Zeit zeigen."
"Wie kam denn nun die Bombe hierher? Dieser Lord kann sie doch nicht einfach hergezaubert haben."
"Du vergißt, daß er seine Schergen überall hat. Es ist für ihn überhaupt kein Problem gewesen die
Bombe hier zu plazieren. Aber ich glaube, sie war nur als Warnung gedacht, denn es ist doch völlig
normal, daß ein Captain sein Schiff vor einem längeren Flug noch einmal genau durchcheckt."
"Du meinst die Bombe sollte gefunden werden?"
"Ja, genau das meine ich."
Lukes bestimmter Tonfall ließ die letzten Zweifel Han's verschwinden. Wenn Luke recht hatte, dann
war die Gefahr größer, als sie alle angenommen hatten. Es hatte ihm schon völlig gereicht was er
bisher von der Macht des Schwarzen Lords zu sehen bekommen hatte.
Zwei Stunden später brach eine Flotte von Fregatten und Jägern, angeführt von zwei z
usammengekoppelten Frachtern, mit dem Ziel Toron, vom Flottenhauptquartier auf Wahilamar auf.
Toron war ein kleiner Planet im Szularion-System, befand sich also in einem Randgebiet der Republik.
Für gewöhnlich lagen im Orbit des Planeten nur ein paar Frachtschiffe, die den Planeten mit den
Dingen versorgten, die nicht dort hergestellt werden konnten. Aber jetzt herrschte ein emsiges
Treiben. Ähnlich einem Bienenstock wurde das Kommandoschiff der Imperialen von Spurjägern und
Shuttles umschwärmt.
"Die Entsatzflotte der Rebellen nähert sich den Traktorbereichen, Admiral."
"Gut, geben Sie die Nachricht in die Kommandozentrale auf Toron weiter."
"Jawohl, Sir."
Admiral Jareth stand an einem der zahlreichen Sichtfenster auf der Brücke des Kommandozerstörers
'Phantom' und blickte in größter Zufriedenheit auf den kleinen, schmutzig-gelben Planeten der sich
hilflos vor ihm im Weltall krümmte.
Der Angriff seiner Streitmacht war völlig überraschend für die Planetenabwehr gekommen und sie
hatten es nicht einmal mehr geschafft Zeugnis von ihrem Untergang abzulegen. Allerdings, ohne die
Sith-Kriegerin, die klugerweise die Identität eines Captains der Planetenabwehr eingenommen
hatte, wäre dieser schnelle Schlag gegen die Neue Republik nicht möglich gewesen.
Sie hatte die Schutzschilde des Planeten im richtigen Augenblick sabotiert und damit den Planeten
schutzlos dem Angriff überlassen. Und dann hatte sie den falschen Hilferuf nach Wahilamar gesandt,
den diese Trottel dann tatsächlich ernst genommen hatten.
Die erwartete Entsatzflotte würde geradewegs in die wohlvorbereitete Falle laufen und der Jedi als
Gefangener nach Krelon zum Schwarzen Lord gebracht werden. Dann wäre es nur noch eine Frage der Zeit,
bis die Republik zerschmettert und an ihrer Stelle das Imperium neu errichtet wäre. Der Admiral
wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, als ein Fähnrich auf die Brücke gestürzt kam.
"Fähnrich Grady! Wie oft muß ich ihnen noch sagen, daß auf der Brücke und auch an sonstigen Stellen
eines Imperialen Sternenzerstörers kein privates Rennen ausgetragen wird!"
Der Fähnrich versuchte eine Entschuldigung zu stammeln, doch Jareth schien irgendeine schlechte
Laune loswerden zu wollen und hatte in Grady ein Willkommens Ziel gefunden.
"Niemals wird es einen Grund geben der wichtig genug ist, um die Disziplin an Bord dieses oder eines
anderen Imperialen Schiffes außer Kraft zu setzen. Haben Sie das endlich verstanden Fähnrich?"
"Ja, Sir. Es wird nie wieder vorkommen, Sir."
Jareth brummelte ein "Das will ich hoffen." und wollte sich wieder von Grady abwenden. Doch dieser
machte keine Anstalten fortzugehen, sondern sah den Admiral nur furchtsam an.
"Was gibt es denn jetzt noch, Fähnrich."
"Es geht um die ankommende Flotte. Das Flaggschiff nimmt direkten Kurs auf Toron und Sturmführer
Argon bittet um Erlaubnis zum Angriff."
"Kann Sturmführer Argon das nicht persönlich bei mir antragen? - Die Disziplin an Bord wird mir
entschieden zu sehr vernachlässigt! - Richten Sie Argon aus, daß er auf meinen Befehl zu warten
hat."
"Sir, bei allem Respekt. Sturmführer Argon ist der Meinung das ein Angriff jetzt absolut notwendig
ist."
"WAS! Gilt das Wort eines Sturmführers jetzt etwa schon mehr, als das eines Admirals der
Sternenflotte? Sie werden Argon Augenblicklich herbringen. Ich denke, ich habe ein oder zwei Worte
mit ihm zu wechseln!"
"Ja, Sir, sofort Sir."
Fähnrich Grady salutierte und machte auf dem Absatz kehrt um eiligen Schrittes, aber ohne Hast, zu
Argon zu gehen.
'Mann, hat der Alte heute eine miese Laune. Ich hätte besser zur Republik wechseln sollen als das
noch ging.'
Der Admiral schäumte regelrecht vor Wut und es war ein Glück für Grady, daß er nicht auch noch
Gedankenlesen konnte, sonst wäre es dem Fähnrich sicherlich schlecht ergangen.