3. Kapitel

"Seltsam. Wir müßten doch schon in Reichweite des Kampfgebietes sein, aber die Sensoren zeigen keinen Kampf an." Han blickte ungläubig auf die Instrumente, doch die Werte mußten stimmen. Luke nickte stumm wie zum Zeichen das er etwas ähnliches schon erwartet hatte, dann schloß er seine Augen und begann sich auf das Kommandoschiff der Imperialen zu konzentrieren, das deutlich sichtbar im Orbit des Planeten lag.
Luke griff hinaus in die Kälte des Weltraumes, erreichte den Sternenzerstörer und ließ seine Kräfte durch das Schiff strömen.
Er erschauerte unwillkürlich, als er die starke Konzentration der Wut des Admirals fühlte, doch er spürte, daß dies nicht die eigentliche Quelle des Hasses war, den er in Verbindung mit dem Planeten bemerkt hatte. Er griff also weiter, bis nach Toron, bis zur Kommandozentrale. Eine Welle schwarzer Macht schlug ihm entgegen, die etwas von Tod und Vernichtung in sich trug. Schließlich fand er den Mittelpunkt der Anspannung und vor seinem geistigen Auge begann das Bild einer Frau zu entstehen. Einer Frau in der Uniform eines Captains der Planetenabwehr! Ein schwarzer Schleier fiel über das Bild, doch Luke hatte genug gesehen. Sein Geist zog sich zurück, er holte einige Male tief Luft und schlug dann die Augen auf.
Also war es tatsächlich eine Falle gewesen. Ein fingierter Hilferuf hatte ausgereicht, um sie in die Hände des Schwarzen Lords zu spielen. Er kam sich unglaublich töricht vor, aber er sah ein das ihm keine Wahl geblieben wäre. Früher oder später hätte er sich stellen müssen und, so dachte er ironisch, jetzt konnte er sich die Mühe sparen Krelon erst suche zu müssen. Er würde an Bord eines Sternenzerstörers dorthin gebracht werden.
"Luke, was ist. Hast du etwas gesehen?"
"Ja, es ist eine Falle. Und wir sind hineingetappt wie die Frischlinge."
"Noch sind wir nicht drin, kampflos ergebe ich mich nicht! Da kannst du sicher sein, die werden noch ihr blaues Wunder erleben."
"Nein Han. Warne den Rest der Flotte, sie sollen machen das sie wegkommen solange es noch geht. Wir stecken schon zu tief drin. Es hat keinen Sinn."
"Luke, ich mag es nicht, wenn du so sprichst. Ich mag es ganz und gar nicht. Was hast du noch alles gesehen, rede schon. Ich weiß genau, daß da noch etwas ist, das du mir verschweigst!"
"Wer verschweigt wem etwas?"
Lando hatte das Cockpit betreten um Luke abzulösen und hatte den Schluß der Auseinandersetzung mitbekommen.
"Lando, ich habe dir die überaus erfreulich Tatsache mitzuteilen, daß wir in eine Falle getappt sind. Und zwar wie die 'Frischlinge' wie Luke sich so treffend ausgedrückt hat. Und jetzt verlangt er von mir mich kampflos zu ergeben und die Flotte wegzuschicken."
"Dann tu, was er dir gesagt hat."
Han glaubte sich verhört zu haben, aber bevor er noch reagieren konnte, hatte Lando das Mikro ergriffen und sprach nun hinein: "Achtung, an die Flotte. Hier spricht Lando Calrissian im Namen Han Solos. Kommando zurück. Es handelt sich um eine Falle. Sofortige Rückkehr nach Wahilamar. Wedge übernimm die Leitung. Funkstille ab sofort einhalten! Calrissian, Ende."
Jetzt dämmerte Han was Lando getan hatte und er versetzte ihm mit einem Wutschnauben eine Kinnhaken. Vermutlich hätte sich eine handfeste Prügelei zwischen den beiden entwickelt, wenn Luke dem nicht mit Hilfe seiner Kraft Einhalt geboten hätte. So erstarrten die beiden wie Statuen und sahen ziemlich verdutzt auf Luke.
"Jetzt habe ich wirklich genug von euch beiden. Wenn ihr nicht augenblicklich mit dem Unsinn aufhört, lasse ich euch hundert Jahre so stehen!"
Diese Androhung schien zu wirken, denn ein verlegener Gesichtsausdruck trat anstelle des Zornigen in die Gesichter der beiden. Luke sah noch einmal streng auf Han und Lando, dann entließ er sie aus der unangenehmen Erstarrung. Han sank mit einem Seufzer in den Pilotensessel zurück und Lando nahm auf dem Notsitz Platz.
"Es war ganz richtig, was Lando getan hat. Die Flotte kann uns hier sowieso nicht helfen. Es wäre ein völlig unnötiges Opfer. Aber jetzt kann Wahilamar gewarnt werden und falls ein massiver Angriff durch die Imperialen droht, können die entscheidenden Maßnahmen getroffen werden."
Han versuchte immer noch, das Schockerlebnis der völligen Erstarrung zu verarbeiten, und sah mit einem nicht gerade intelligent zu nennenden Gesichtsausdruck auf Luke.
Lando ging es ähnlich, aber er war bemüht, sich das nicht anmerken zu lassen.
"Sag mal, ähem, Luke, warst du das grade?"
"Es tut mir leid, daß ich die Beherrschung verloren habe und die Macht für etwas so unsinniges wie einen körperliche Erstarrung angewandt habe, aber es blieb mir keine andere Wahl. Wir können es uns nicht leisten in dieser Situation wie Verrückte aufeinander einzuprügeln. Vielleicht habt ihr beiden Streithähne es noch nicht kapiert, aber die Flotte ist weg und wir stehen kurz davor, vom Traktorstrahl eines Sternenzerstörers erfaßt zu werden."
"Na das werden wir noch sehen. Wir gehen auf volle Energie und dann sind wir in Null-Komma-Nichts weg von hier. Überhaupt kein Problem."
"Nein, Han. Du hast es immer noch nicht verstanden. Wir können nicht weg von hier. Das hier ist meine Chance nach Krelon zu kommen ohne Leia, oder einen von euch mitnehmen zu müssen."
"Du willst dich ausliefern? Sag mal hast du sie noch alle? Die werden nicht lange zögern, sondern dich einfach umbringen."
"Nein, das werden sie nicht. Sie haben andere Befehle. Und jetzt nimm bitte Kurs auf Toron und setz mich dort ab. Und dann macht ihr das ihr von hier wegkommt. - Wir haben keine Zeit für weitere D iskussionen, Han. Tu, was ich dir sage!"
Überraschenderweise, zumindest kam es für Lando überraschend, kam keine Widerrede von Han. Der Corellaner schien wie hypnotisiert und tat wie ihm geheißen. Allerdings war es zu spät, denn plötzlich spielten sämtliche Instrumente der Schiffe verrückt. Der Traktorstrahl hatte sie erfaßt.
Eine Erschütterung ließ das Schiff erzittern und Jerom kam völlig verstört auf die Brücke gestürzt.
"Irgend etwas stimmt nicht mit Leia und Thera, sie sind beide ohnmächtig geworden, einfach so und -"
Als Jerom seinen Blick auf Luke richtete sah er, das auch dieser gegen irgendeine Kraft anzukämpfen schien. Han hatte aufeinmal wieder Kontrolle über seine Gedanken und schaltete sofort die Hilfstriebwerke beider Schiffe ein. Aber auch dieses Manöver nutzte nichts. Die Triebwerke heulten nur in scheinbarer Empörung über die ihnen zugemutete Anstrengung auf und verstummten dann ganz.
"Mist. Der Antrieb ist hin. - He, was ist denn mit Luke los."
"Das gleiche wie mit Thera und Leia. Es ist als habe ihnen jemand all ihre Kraft genommen. Sie sind ganz einfach umgekippt. Wir müssen sie in den Passagierteil der 'Eagle' bringen."
"Ja gut."
Han packte sich den halb bewußtlosen Luke über eine Schulter und ging, gefolgt von Lando, hinter Jerom her.
Der Roboter R2D2 gab einige bestürzt klingende elektronische Pfiffe von sich als er Lukes Zustand erkannte.
"Was sollen wir denn jetzt mit ihnen machen. Ich meine, wir müssen ihnen doch irgendwie helfen."
Statt einer Antwort kniete Han neben Leia nieder und nahm besorgt ihre Hand. Es versetzte ihm einen Stich das er seiner Frau nicht helfen konnte und gleichzeitig verspürte er eine große Wut in sich aufsteigen. Wut auf den Unbekannten der Leia so etwas antat.
Währenddessen wurden die Schiffe immer näher an den Sternenzerstörer geholt und schließlich angedockt. Aber keine Bewacher ließen sich blicken, es war auch völlig unnötig, denn keiner der Besatzung dachte an eine Flucht.

Dunkelheit, Kälte, Schmerz. Ein großes schwarzes Nichts tat sich vor Leia auf. Das Gefühl des Fallens, immer weiter in eine bodenlose Tiefe. Sie schrie auf, aber kein Geräusch drang an ihr Ohr.
'Bin ich tot? Ist das so wenn man stirbt? Han, wo bist du? Luke, hilf mir!'
Aber es kam keine Antwort, statt dessen hörte sie aufeinmal ein Brausen, daß immer näher und näher kam. Ihr Trommelfell wollte schier bersten als das tosende Geräusch sie erreichte. - Dann Stille, endlos, dunkle Schleier des Vergessens, eine flüsternde Stimme, süß und verlockend. Ein gleißendes Licht tauchte vor ihrem inneren Auge auf und sie fühlte sich seltsam schutzlos.
Ihr wurde bewußt, daß die Stimme aus dem Licht zu kommen schien, diese Stimme die sie rief, lockte, an den Rand eines Abgrundes dessen völlige Leere sie blendete.
Dann plötzlich eine andere Stimme, warm, zärtlich und voller Besorgnis. Sie kannte diese Stimme. Es war die Stimme des Mannes den sie liebte, er rief nach ihr. Leia versuchte ihm zu antworten und aufeinmal zerrissen die Schleier und plötzliche Helligkeit blendete sie...

"Sie öffnet die Augen! Leia, hörst du mich? Bitte, wach auf!"
Als Leia die Augen aufschlug sah sie ein Gesicht über sich gebeugt das sie kannte. Han! Es war Han, natürlich, es war ja auch seine Stimme gewesen, die sie gerufen hatte, zurückgerufen vom Abgrund des Vergessens.
"Oh, Han."
Sie schlang die Arme um ihn und klammerte sich verzweifelt an ihn. Han tat es nicht anders, so glücklich war er.
"Ich dachte, ich hätte dich verloren. Es war einfach furchtbar."
Lando grinste über das ganze Gesicht, als er sah das Leia wieder in Ordnung war. Sein Grinsen wurde noch breiter, als er sah, daß auch Thera und Luke wieder zu sich gekommen waren.
Luke setzte sich auf und schüttelte den Kopf um die Benommenheit los zu werden. Ein rasender Schmerz stach ihm durch den Kopf und ein leises Stöhnen entfuhr seinen zusammengebissenen Zähnen. Ähnlich erging es Thera, die von Jerom umsorgt wurde. Han und Leia wandten sich Luke zu und Han fragte: "Was war denn mit euch los? Ihr habt uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt."
"Ich weiß auch nicht was los war. Mir wurde auf einmal ganz schwarz vor Augen und - und dann erinnere ich mich an nichts mehr."
Das war natürlich gelogen, denn Luke, genau wie Leia und Thera erinnerte sich nur zu gut an das schreckliche Erlebnis. Aber er fand, daß es besser war, wenn die anderen nichts erführen. Ihnen allen saß der Schrecken sowie so noch in den Knochen.
Aber jetzt hatten sie noch ein anderes Problem. Lando war zum kleinen Sichtfenster der 'Eagle' gegangen und hatte rausgeschaut. Aufgeregt bedeutete er Luke näher zu kommen und wies hinaus. Luke ahnte was er sehen würde. Die Schiffe waren inzwischen in die Dockbucht des Zerstörers gebracht worden und nun marschierte eine halbe Legion Sturmtruppen vor der Plattform auf.
Nachdem dies geschehen war, kamen zwischen der Doppelreihe Soldaten zwei Gestalten auf die Schiffe zu. Die eine, schlank und groß gewachsen, trug die Uniform eines Admirals, die andere war um einiges kleiner und erschien wie ein dunkler Schatten.
"Es hat keinen Zweck das wir länger hier drin bleiben. Früher oder später müssen wir sowieso rausgehen, also denke ich, wir gehen jetzt. Irgendwelche Einwände?"
Luke sah kurz in die Runde, aber keiner hatte einen Einwand zu machen. Daher wandte Luke sich an die beiden Droiden: "R2D2, C3PO, ihr beide bleibt hier und habt ein Auge auf das Schiff. Für den Fall, daß wir hier wegkommen, haltet es startklar. Am besten versteckt ihr euch jetzt erstmal in den Schmuggelverschlägen, die Imperialen werden sicherlich Suchtrupps an Bord schicken."
"Ja, und paßt auf, daß ihr nicht verschrottet werdet, nicht wahr Goldbein?"
Falls der große, humanoid gestaltete Droide über diese Bemerkung Hans irgendwie verärgert war, so ließ er sich das nicht anmerken. Der kleine, zylinderförmige Roboter dagegen ließ eine ganze Reihe aufgeregter elektronischer Pieptöne hören, und trotz der ernsten Situation mußte Luke lächeln.
"Natürlich passen wir auf uns auf R2, uns geschieht schon nichts, da kannst du ganz beruhigt sein."
"Seit wann verstehst du denn, was R2 da so von sich gibt?"
Han war doch ziemlich erstaunt.
"Na hör mal, schließlich habe ich einen Menge mit ihm erlebt. Da weiß man schon, was er meint."
Luke packte sein Lichtschwert und Thera tat es ihm nach. Dann nahm er noch seinen Umhang und legte ihn sich um die Schultern. Han, Jerom und Lando hatten ihrer Laserwaffen gleichfalls umgeschnallt und auch Leia nahm eine handliche Waffe mit. Obwohl keiner von ihnen daran dachte sie auch zu benutzen. Das wäre in Anbetracht einer ganzen Armee gut bewaffneter Sturmtruppen glatter Selbstmord gewesen.
Die Laderampe der 'Eagle' ging herunter und die Gruppe verließ das Schiff. Sie sahen sich vorsichtig um, aber die Soldaten machten keine Anstalten näher zu kommen. Das war auch gar nicht nötig, allein ihre Präsenz war bedrohlich genug.
"Ah, wie ich sehe, sind Sie alle doch vernünftiger, als ich dachte und haben sich freiwillig aus ihrem 'Flugobjekt' begeben."
Der Admiral hatte bewußt abwertend gesprochen und das hatte auch den von ihm gewünschten Erfolg, denn Han und Lando begannen zu kochen. Niemand, wirklich absolut niemand durfte sich erlauben, so über ihre heißgeliebten Schiffe zu sprechen.
So hatte Hans Stimme auch einen betont eisigen Klang als er erwiderte: "Für den Fall, daß Sie es nicht wissen, ich bin Han Solo, ein General der Neuen Republik und daher verlange ich von Ihnen mit dem angemessen Respekt behandelt zu werden."
"Aber natürlich General Solo. Wie konnte ich nur übersehen, daß Sie mir im Rang gleichgestellt sind!"
Der ätzende Spott in der Stimme des Admirals brachte Han nun völlig in Rage und es war ein Glück für Admiral Jareth, daß die Soldaten mit den im Anschlag gehaltenen Waffen da waren, denn sonst hätte Han sich zweifelsohne auf ihn gestürzt. So aber mußte Han sich mühsam beherrschen, was ihm sichtlich schwerfiel.
Nun trat die bisher im Hintergrund stehende Gestalt vor und Lando, Han und Jerom fiel Buchstäblich der Unterkiefer herunter. Denn die Gestalt war niemand anderes als Laura Galloway, allerdings hatte sie die Uniform mit einer Kleidung getauscht, die ähnlich der Lukes war.
"Immer noch so unbeherrscht wie früher. Du solltest lernen, deine Emotionen zu zügeln, Han Solo."
Aber es war nicht Han, sondern Lando, der zuerst seine Sprache wiederfand.
"Laura! Wie, weshalb, was tust du denn hier?"
"Ganz einfach, ich befinde mich auf der richtigen Seite. Im Gegensatz zu dir Lando. Aber das war ja immer schon dein Fehler. Du hast dich immer für die falsche Seite entschieden und dir die falschen Freunde ausgesucht."
"Du scheinst Freunde mit Kakerlaken zu verwechseln. Ich ziehe es vor auf der, deiner Ansicht nach falschen Seite zu stehen. Ihr habt sowieso keine Chance. Das Imperium ist tot, lang lebe die Republik!"
Den letzten Satz hatte Lando laut gerufen, es klang beinahe wie eine Aufforderung zur Konfrontation. Admiral Jareth warf ihm einen Blick zu, der an den einer wütenden Klapperschlange erinnerte und wandte sich an Luke, der die ganze Sache mit scheinbar unberührtem Ausdruck verfolgt hatte.
Jareths Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen und ließen sein scharfgeschnittenes Gesicht, das von einer Adlernase und gewaltigen Augenbrauen beherrscht wurde, noch härter und abweisender erscheinen.
"Ich nehme an, daß Sie Luke Skywalker sind?"
Luke antwortete, ohne zu zögern und völlig ruhig. "Ihre Annahme ist zutreffend. Allerdings wüßte ich gerne weshalb Sie meine Begleiter hier festhalten."
"Da Sie zugegeben haben der Gesuchte zu sein, verhafte ich Sie hiermit im Namen des Imperiums und überführe Sie nach Krelon, wo Sie vor den Schwarzen Lord gebracht werden. Ihre Freunde werden Sie selbstverständlich begleiten, dann haben Sie hinreichend Gelegenheit Ihr Schicksal gemeinsam zu beweinen."
Ein wölfisches Grinsen zeigte sich auf dem Gesicht Jareths und er wandte dann ruckartig seinen Kopf nach rechts und sagte "Sie können Ihre Gefangenen mitnehmen, Chaira."
"Chaira? Soll das etwa dein neuer Name sein, Laura?"
"Laura Galloway ist tot, Lando. Du solltest das langsam begreifen. Je eher desto besser."
Lando war sprachlos. Er verstand nicht was in Laura gefahren war.
Die Gefangenen wurden in den Zellentrakt des Schiffes gebracht, und in einem Sicherheitsraum untergebracht, der gerade genug Platz für sie bot. Sobald sich die Türe hinter ihnen geschlossen hatte, ließ Lando sich schwer auf eine der wenigen Sitzmöglichkeiten im kahlen Zellenraum fallen.
Luke ahnte was in Lando vorging, schließlich hatte er ja selber erfahren müssen, was es heißt einen nahestehenden Menschen an die dunkle Seite der Macht verloren zu sehen.
"Du kannst nichts für sie tun, Lando. Sie gehört freiwillig zu ihnen," sagte Luke leise.
"Aber ich verstehe nicht weshalb. Es ergibt überhaupt keinen Sinn für mich."
"Für mich schon. Sie wollte Rache, das ist alles."
Für Jerom war der Fall klar, aber Lando ließ sich nicht so einfach überzeugen.
"Ich kann und will nicht glauben, daß sie uns eine Falle gestellt hat, ohne gezwungen worden zu sein."
"Du mußt dich damit abfinden, daß sie nicht mehr diejenige ist, die du gekannt hast, Lando. Das ist Vergangenheit. Selbst wenn sie sich von der Dunklen Seite der Macht lossagen würde, ein kleiner Rest der Dunkelheit würde für immer in ihr verbleiben."
"Also gibt es doch noch Hoffnung, nicht wahr?"
Erwartungsvoll sah Lando zu Luke und der brachte es nicht fertig dem Freund diese Hoffnung wieder zu nehmen. Also nickte er stumm und wandte sich dann ab.
Thera war der finstere Blick Lukes nicht entgangen, als er sich von Lando abgewandt hatte und sprach nun so leise, daß die anderen nichts hören konnten.
"Du denkst nicht, daß es noch eine Chance gibt, oder?"
"Um ehrlich zu sein, nein. Ihre Gefühle waren voller Haß als sie mit Han und Lando sprach, und besonders bei Lando."
"Du mußt wissen, daß Laura und Lando mehr als nur Freunde waren. Deshalb fällt es Lando auch so schwer, ihre Veränderung ihr selbst zuzuschreiben. Aber das sie ihren Namen geändert hat, ist doch sicher ein Zeichen, daß sie endgültig mit der Vergangenheit gebrochen hat, denkst du nicht?"
"Ja, obwohl das vielleicht nicht viel zu sagen hat. Die Sith erhalten wahrscheinlich bei ihrer Initiation einen neuen Namen. Mein Vater hatte seinen Namen auch in Darth Vader umgeändert. Nein, ich glaube nicht das die Namensänderung besonders aufschlußreich ist."
Während Luke und die anderen in ihre Unterhaltung vertieft gewesen waren, lief Han wie ein gefangener Tiger in seinem Käfig auf und ab.
Er haßte es in einer Situation zu sein, aus der er nicht ohne Hilfe wieder herauskam. Schließlich blieb er ruckartig stehen und sagte: "Wir müssen hier raus. Und zwar schnell, sonst werde ich noch verrückt."
"Wie stellst du dir das vor, Han. Sollen wir einfach an die Türe klopfen und darum bitten, man m öge uns doch raus - und von hier verschwinden lassen?"
"Das ist kein Grund sarkastisch zu sein, Jerom. Was denkst du denn, daß uns erwartet wenn wir erst mal auf Krelon sind? Ich bin in ihren Augen ein Rebellengeneral, und Lando und Leia sind auch noch Mitglieder der Regierung. Die werden uns entweder umbringen oder uns für tausend Jahre einlochen. - He, Luke! Was ist deine Meinung?"
"Ich fürchte, ich habe im Augenblick keine große Meinung."
"Was meinst du damit?"
"Ich meine damit, daß ein Großteil meiner Kräfte fort ist."
"Scheiße!"
"Aber Han, was für ein Wort!"
"Na, ist doch wahr. Wenn Luke schon nicht weiter weiß, was soll dann erst mit uns werden."
"Zuallererst müssen wir einen klaren Kopf behalten. Es ist gut möglich, daß sich doch noch eine Chance zur Flucht ergibt."
"Aber wann. Vielleicht hast du bis dahin deine Kräfte ganz verloren. Und dann kannst du nicht mehr ausrichten als jeder andere von uns. - Da fällt mir etwas ein. Was ist eigentlich mit dir Thera und auch Leia, habt ihr eure Kräfte auch verloren?"
"Ich fürchte ja, es muß etwas an diesem Traktorstrahl gewesen sein, das uns bewußtlos gemacht und geschwächt hat."
Luke nickte zustimmend und wollte gerade etwas sagen, als sich die Türe ihres kargen Gefängnisses öffnete und Chaira, von vier Sturmtrupplern eskortiert, eintrat. Sie wandte sich ohne Umschweife an Luke und Thera: "Sie beide werden jetzt mit mir kommen."
"Was soll das Laura, was hast du vor?"
Chaira überging diesen Zwischenruf Landos, und bedeutete den Wachen, Luke und Thera Fesseln anzulegen, was die beiden auch ohne Widerstand geschehen ließen. Leia fing einen Blick ihres Bruders auf, der ihr Mut gab und sie gleichzeitig erschauern ließ. Denn nicht nur Zuversicht für Leia, sondern auch Tod ruhte in diesem Blick. Dann wurden die beiden fortgeführt und die Türe der Zelle schloß sich mit einem triumphierenden Zischen.
Die Verbliebenen starrten verstört dorthin, wo ihre Freunde gerade noch gestanden hatten. Es dauerte sehr lange bis wieder ein Wort gesprochen wurde...

Durch endlos lange Korridore wurden die Gefangenen von schweigsamen Wachen geführt. Die zierliche Gestalt vor ihnen ging mit festen Schritten, und ohne sich einmal umzuwenden, an der Spitze des Gruppe. Chaira wußte, sie brauchte sich keine Gedanken um ihre kostbaren Gefangenen machen, solange deren Freunde ebenfalls in ihrer Gewalt waren. Es war immer schon eine große Schwäche der Jedi gewesen sich mit Menschen zu umgeben, die nicht im selben Maße wie sie selbst an der Macht teilhatten. Dadurch wurden sie verletzbarer und leichter zu kontrollieren.
Endlich hatten sie den Raum erreicht, in dem Thera und Luke bis zur Ankunft auf Krelon verbleiben sollten. Die Türe öffnete sich und die beiden Gefangenen wurden hineingeführt. Sie betraten ein zwar düsteres, aber trotzallem wohnlich eingerichtetes Quartier. An den Wänden hingen holographische Darstellungen berühmter Kunstgegenstände, die zweifelsohne unfreiwillig ihren Besitzer gewechselt hatten.
Wie um Thera und Luke daran zu erinnern, daß sie trotz des besseren Quartiers Gefangene waren, wurden sie von den Wachen unsanft in die Mitte des Raumes befördert. Dann trat Chaira vor sie hin und sagte mit großer Genugtuung in der Stimme: "Dies hier ist Ihr Quartier für die Reise nach Krelon. Sie sollten aber immer daran denken, daß Sie Gefangene sind. Vor der Türe werden rund um die Uhr Wachen postiert sein, machen Sie also gar nicht erst den Versuch zu fliehen. Es liegt Ihnen doch sicher etwas daran, Ihren Begleitern so wenig Unannehmlichkeiten wie möglich zu bereiten, nicht wahr?"
Luke nickte zustimmend und nach kurzem Zögern senkte auch Thera den Kopf. Doch sobald Chaira ihre Gefangenen alleine gelassen hatte, wandte sie sich mit blitzenden Augen an ihren Begleiter, der sich daran gemacht hatte, ihr Gefängnis zu begutachten.
"Luke, ich glaube es einfach nicht, wie konntest du nur klein beigeben."
"Oh, sieh mal, ein T'rallenischer Quasar, soetwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen. - Was hast du gesagt?"
Thera warf ihm einen Blick zu, der nur zu eindeutig war, dann wandte sie sich demonstrativ von Luke ab. Dieser registrierte das mit einem verschmitzten Lächeln und meinte dann: "Thera, es tut mir leid, aber was hätte ich denn tun sollen. Ohne meine Jedi Kraft kann ich nicht sonderlich viel ausrichten. Sollte ich vielleicht mit bloßen Fäusten auf einen gut bewaffneten Trupp Soldaten losgehen?"
"Das wäre vielleicht gar keine so schlechte Idee gewesen. Der Überraschungsmoment hätte sicherlich auf unserer Seite gelegen."
"Ja, aber du hast Laura, oder Chaira, wie sie ja jetzt heißt, vergessen. Sie ist zwar keine Jedi, aber in der Macht geschult. Ohne ihre Anwesenheit hätte ich mich vielleicht überreden lassen, aber mit einer bewaffneten Sith-Kriegerin hatten die Sturmtruppler einen eindeutigen Vorteil auf ihrer Seite."
Thera sah ihren Gegenüber prüfend an. Ja, sie hatte sich in Luke sicher getäuscht. Er war ihr zuerst etwas einfältig und unerfahren vorgekommen, was vielleicht an seiner bedächtigen Art Lag, aber, so mußte sie sich eingestehen, selbst ihr Jedi Meister hätte in ihrer Situation nicht anders reagiert. Aber sie würden ihre Chance noch bekommen. Irgendwann würden ihre Bewacher einen Fehler machen, und dann würden sie und Luke fliehen, die anderen befreien und dann versuchen die Schiffe zu erreichen, um diesen schrecklichen Sternenzerstörer mit Lichtgeschwindigkeit zu verlassen. Doch im Augenblick konnten sie nicht mehr tun, als herumzusitzen und abzuwarten.

Währenddessen machten die anderen sich große Sorgen um Luke und Thera. Han schlug zum x-ten Mal mit der Faust gegen die schwere Stahltüre, die ihnen den Weg in die Freiheit versperrte. Er machte sich Vorwürfe, nicht eher erkannt zu haben, daß Toron eine Falle war. Ansonsten wäre es ihnen bestimmt gelungen, zu entkommen.
"Was werden die wohl mit ihnen machen?"
Jeroms Frage schreckte die anderen auf, denn seit ihre beiden Freunde weggeführt worden waren, hatten sie beharrlich geschwiegen.
"Was sie mit ihnen machen? Wer weiß, vielleicht wollte man sie nur von uns trennen, aber -"
"Oh, Lando, hör auf mit deinem 'aber' und 'vielleicht'. Ich kann so etwas jetzt nicht hören, das macht mich noch ganz krank!"
Jerom ging jetzt, genau wie Han, auf und ab, als könnten die beiden so eine Lösung finden. Lando ging zu Leia und Chewie, die beide betrübt dasaßen und auf den schwarzen Boden starrten. Irgendwie war Lando unbehaglich zumute, als er Leia so niedergeschlagen sah. Vielleicht wußte oder ahnte sie mehr, als sie zugeben wollte.
Leia spürte den Blick Landos auf sich ruhen und sah auf. Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie sah, daß Lando sich ihretwegen wieder einmal mehr Sorgen machte, als er sich anmerken lassen wollte. Seit ihrer ersten Begegnung wußte Leia, daß Lando immer versuchte, sein wahres Ich vor den anderen zu verbergen um sich zu schützen. Aber es gelang ihm nicht immer und schon gar nicht bei Leia und Luke. Dessen war er sich auch bewußt, und so zeigte er seine Gefühle den beiden gegenüber viel offener, als bei irgendeinem anderen.
Lando setzte sich zu ihnen und versuchte, eine Unterhaltung anzukurbeln. Er hoffte, etwas mehr zu erfahren, obwohl er nicht sicher war, ob Leia sich ihm anvertrauen würde, schließlich hatte sie noch nicht einmal Han ihre Vermutungen mitgeteilt. Aber man konnte nie wissen.
"Also, was denkst Du. Was hat .. man mit Luke und Thera vor."
Lando vermied es, den Namen Laura, oder Chaira, auszusprechen und das gleiche tat Leia.
"Ich weiß es nicht genau. Vermutlich wollte man sie wirklich nur von uns trennen, aber ganz sicher wird man sie dem Imperialen Standardverhör unterziehen. - Obwohl ich hoffe, daß das nicht geschieht." Mit Grauen dachte Leia an die Verhöre auf dem Todesstern, damals hätte Vader ihren Widerstand beinahe gebrochen. Auch die Folter auf Bespin kam ihr in den Sinn und ein kalter Schauer überlief sie. So etwas würde man nicht einmal seinem ärgsten Feind wünschen, geschweige denn dem eigenen Bruder oder einem Freund.
Lando fühlte sich unbehaglich, zum Teil, weil auch er sich an Bespin erinnerte und weil er an dem, was Leia und Han in der Wolkenstadt durchzustehen hatten nicht ganz unschuldig gewesen war, und zu anderen, weil es schon wieder um Luke ging.
Es war ihm unheimlich, daß eine Organisation, wie das Galaktische Imperium es gewesen war, und nun die Gemeinschaft der Sith, solch ein Interesse an einem einzelnen Menschen haben kann. Es bewies ihm außerdem, daß der so unscheinbar wirkende Luke sehr viel mehr war, als sie alle zu ahnen schienen.
Langsam begriff Lando, weshalb Luke oft so düsterer Stimmung gewesen war, wenn sie während ihrer Reise auf Krelon zu sprechen kamen. Und wenn Luke sich schon fürchtete, hatten sie alle dann nicht mehr als genug Grund sich noch mehr zu fürchten?
Wieder hatte das Schweigen von der Gruppe Besitz ergriffen, und nur der rhythmische Klang von Han's und Jeroms Stiefeln erfüllte den Raum.

"Ich hoffe, Admiral, Sie sind sich der Verantwortung, die Sie übernommen haben bewußt. Wenn den Gefangenen auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann ..."
"Selbst wenn sie versuchen sollten zu fliehen? Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir dann tatenlos herumstehen und sie gewähren lassen sollen, das würde doch Ihren eigenen Interessen zuwiderlaufen, nicht wahr? Und außerdem, Sie wissen es vielleicht nicht, aber dieser außerplanmäßige Flug verursacht dem Imperium große Kosten und -"
"Dem Imperium!" Chaira lachte schrill. "Meinen Sie etwa diese kleine Ansammlung von Außenposten, die Sie noch unter Ihrer Kontrolle haben? Zudem hat der Große Lord Sie angemessen entschädigt, Sie haben also keinen Grund sich zu beklagen."
Chaira ließ ihre Verachtung für das Imperium deutlich mitschwingen und brachte den Admiral damit beinahe zur Weißglut. Es fiel ihm immer schwerer sich dieser Frau gegenüber zu beherrschen, und sie nicht einfach von seinem Flaggschiff entfernen zu lassen, was sicherlich schwere Konsequenzen nach sich gezogen hätte. So mußte er sich ein anderes Opfer für seine Wutausbrüche suchen und wieder einmal war es der unglückliche Fähnrich Grady, der ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt die Brücke des Sternenzerstörers mit einer Nachricht betrat.
"Fähnrich Grady, weshalb sind Sie nicht auf Ihrem Posten? Mir scheint die Arbeitsmoral auf diesem Schiff sehr heruntergekommen zu sein."
"Aber, Sir, ich verstehe nicht. Sie hatten mich doch selbst beauftragt, jede Nachricht, welche die Flotte betrifft, sofort zu Ihnen zubringen."
"Ich weiß, was ich gesagt habe. Und jetzt stehen Sie nicht da und starren Löcher in die Luft, sondern geben Sie mir endlich diese verdammte Nachricht!"
Der Fähnrich warf einen scheuen Blick auf die Sith-Kriegerin neben dem Admiral und beeilte sich dann Meldung zu machen.
"Sir, eine Einheit der Rebellentruppen hat, nachdem wir den Sektor verließen, Toron besetzt. Weitere Berichte zeigen außerdem verstärkte Flottenbewegungen in diesem und drei weiteren Sektoren an. Offenbar hatte die Republik nur ein Geschwader von Fregatten nach Toron geschickt, aber jetzt machen sie eine ernstzunehmende Flotte klar, um uns zu verfolgen."
Das Gesicht des Admirals hatte sich zunehmend verdüstert und jetzt entließ er den Fähnrich mit einer herrischen Geste. Dann trat er an eines der Beobachtungsfenster und blickte hinaus. Langgezogene Striche deuteten die Positionen von Sternen an, durch die sich der Sternenzerstörer mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit seinen Weg bahnte. Jareth wurde gewahr, daß Chaira neben ihn getreten war und ihn nun ansprach, wobei ihre Stimme kaum mehr als ein scharfes Flüstern war. "Denken Sie daran, keinen Kratzer, oder -" Mit einer schnellen Bewegung ihrer Hand fuhr sich die Kriegerin über die Kehle, wobei ihre Augen in einem fast dämonischen Glanz aufleuchteten. Dann warf sie noch einen harten Blick über die Crew im Mannschaftsgraben und verließ die Brücke.
Zurück blieb ein äußerst nachdenklicher Hauptadmiral, der versuchte, nicht an das unangenehme Gefühl zu denken, das er verspürte, seit die Gefangenen an Bord waren. Er wandte sich an einen der Deckoffiziere und befahl diesem, sofort Captain Morgan auf die Brücke zu holen. Dann wandte er sich wieder seiner Betrachtung des Weltalls zu.

"Also wirklich, Luke, wollen wir denn nichts unternehmen? Wir können doch nicht -"
Bevor Thera weiter sprechen konnte, öffnete sich die Türe der Unterkunft und ein Fähnrich betrat, gefolgt von einem kleinen Wagen den Raum. Beim zweiten Hinsehen entpuppte der Wagen sich als eine Astromech-Einheit, wie sie vom Imperium zur Essensverteilung eingesetzt wurde.
"Jetzt kommen wir also endlich in den Genuß der Imperialen Küche. Darauf habe ich mein Leben lang gewartet."
Theras Worte trieften vor Sarkasmus und verfehlten ihr Ziel nicht. Der Fähnrich lief puterrot an, aber nicht aus Zorn, wie Luke erstaunt feststellte, sondern vor Verlegenheit.
Fähnrich Grady war die Situation sichtlich unangenehm. Noch vor kurzer Zeit hatte er dem Imperium die Pest an den Hals gewünscht und so kam es ihm seltsam vor, daß ausgerechnet er Zugang zu den Gefangenen hatte. Vielleicht hatte diese Sith-Kriegerin etwas bemerkt, womöglich konnte sie Gedankenlesen und suchte nun nach einer Möglichkeit, ihn des Hochverrats anzuzeigen. Aber dann dachte er, wie absurd diese Vorstellung doch war, denn schließlich war er nur ein unbedeutender Unteroffiziersanwärter.
"Eh, nun, ich hoffe, Sie haben Hunger."
Luke beschloß, die ganze Situation etwas erträglicher für den Fähnrich zu machen und antwortete ihm mit einem geradezu jungenhaft breiten Lächeln.
"Aber sicher, Fähnrich, äh.."
"Grady, Sir, Fähnrich Grady. Wenn Sie irgend etwas brauchen, müssen Sie mich nur rufen lassen, ich bin Ihnen für die Dauer Ihres Aufenthaltes hier zugeteilt worden."
"Nun gut, Fähnrich Grady, dann zeigen Sie mal her, was es hier zu essen gibt."
Grady beeilte sich der Aufforderung nachzukommen und verteilte rasch die beiden Portionen, bestehend aus dem üblichen Proviant an Bord eines Imperialen Sternenschiffes. Es war nicht viel, wie Thera rasch feststellte. Offenbar hielt das Imperium seine Soldaten ziemlich knapp, was die Nahrungsversorgung betraf. Während sie noch aßen, ging der Pieper am Gürtel des Fähnrichs und die Türe des Raums öffnete sich. Vor der Türe, im Gang, konnte man zwei schwerbewaffnete Sturmtruppler sehen, die offenbar auf Grady warteten.
Luke und Thera schlangen die letzten Reste ihrer kargen Mahlzeit hinunter und der Fähnrich sammelte die Teller und das Besteck ein und verstaute alles in der Astromech-Einheit. Bevor Grady dann den Raum verließ, legte er zwei Kapseln auf den Tisch, woraufhin Luke ihn fragend ansah.
"Das ist Ihre Ration Immunstoff für heute. Auf Krelon gibt es einige, noch nicht ein eingedämmte Krankheiten und meine Vorgesetzten wollen offenbar, daß Sie immun werden."
Rasch überprüfte Luke den Fähnrich, spürte aber keine Arglist hinter den Worten des jungen Mannes. Grady nickte ihnen zu, dann verließ er den Raum.
Die Türe schloß sich mit einem Zischen hinter ihm und Luke und Thera waren wieder allein. Die beiden sahen sich für einen Moment unentschlossen an, dann nahm jeder zögernd die ihm zugedachte Kapsel in die Hand.
Mit einiger Mühe gelang es Thera, sich zu konzentrieren, dann nahm sie Kontakt mit Lukes Bewußtsein auf.
'Sollen wir es riskieren? Wenn es nun Gift ist.'
Luke dachte kurz nach und gab dann, ebenso unhörbar wie Thera, zur Antwort 'Nein, wenn sie unseren Tod wollten, hätten sie schon genügend Gelegenheiten gehabt, um uns zu beseitigen. Außerdem habe ich keine Spur von Falsch bei dem Fähnrich gespürt.'
'Ja, aber bedenke, daß wir die Kontrolle über die Macht noch nicht vollständig wiedererlangt haben. Vielleicht täuschst du dich ja in dem Fähnrich.'
Luke schüttelte den Kopf und sah dann noch einmal prüfend auf die Kapsel. Dann faßte er seinen Entschluß.
'Einer von uns muß es wagen. Und darum werde ich als erster die Kapsel nehmen. Wenn mir nichts geschieht, ist es in Ordnung und wenn doch, nun, dann weißt du zumindest, daß es Gift war.'
Noch bevor Thera irgend etwas erwidern konnte, hatte Luke die Kapsel in den Mund genommen und heruntergeschluckt. Er schloß die Augen und prüfte, ob sich irgendein Gift in seinem Körper befand, aber das einzige, was er feststellte, waren die Impfstoffe, von denen Grady gesprochen hatte.
Erleichtert öffnete er seine Augen wieder und nickte Thera aufmunternd zu. Daraufhin schluckte auch sie die Kapsel, fühlte aber nur das gleiche wie Luke und grinste erleichtert.

"Ich will ja keine Nervosität verbreiten, aber hört ihr auch die Schritte auf dem Gang?"
Alle sahen Jerom erstaunt an, denn es war praktisch unmöglich, irgendein Geräusch, das von außerhalb in ihre Zelle drang, genau zu erkennen. Aber in der atemlosen Stille hörten sie es dann auch: das Geräusch von schweren Stiefeln, die sich ihrer Zelle im Marschtritt näherten.
Han trat sofort zu Leia und legte schützend den Arm um sie und auch die anderen rückten automatisch näher zusammen.
Die Türe öffnete sich und vier schwerbewaffnete Sturmtruppler nahmen an der Türöffnung Aufstellung. Dann betrat ein Offizier, eskortiert von zwei weiteren Soldaten den Raum und baute sich vor der Gruppe auf. Han erkannte ihn an seinen Rangabzeichen als Commander. Obwohl der Offizier sich so selbstsicher, wie nur möglich gab, spürte Leia den Zweifel und die Angst, die sich in dem Mann anstauten.
"Ich habe den Befehl, Sie in Zweiergruppen in Ihre Zellen zu bringen. Suchen Sie sich aus, mit wem S ie in eine Zelle wollen."
Als Lando vortrat, um etwas zu sagen, hob der Commander die Hand und meinte: "Gouverneur Calrissian, Sie sind von dieser Regelung ausgenommen. Chaira möchte sich einwenig mit Ihnen unterhalten. Daher bleiben Sie hier, bis man Sie holen läßt. - Die anderen folgen mir."
Han warf Lando einen beunruhigten Blick zu, doch dieser schüttelte nur leicht den Kopf. Chewie röhrte leise um seiner Besorgnis über diese unvermutete Trennung Ausdruck zu geben, dann verließ er mit den anderen die Zelle.
Sobald die Türe sich wieder geschlossen hatte und der Marschtritt der Soldaten verklungen war, schwand der beherrschte Ausdruck aus Landos Gesicht. Er ließ sich schwer auf eine der Liegen fallen und vergrub den Kopf in den Händen.

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